Unfruchtbar durch Übergewicht und Untergewicht

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Welchen Einfluss hat das Gewicht auf die Fruchtbarkeit?

Generell lässt sich sagen, dass bei Kinderwunsch Normalgewicht angestrebt werden sollte. Schwanger werden kann sowohl durch Übergewicht als auch durch Untergewicht erschwert werden.

Wann liegt Übergewicht bzw. Untergewicht vor?

Untergewicht liegt laut Definition bei einem Body-Mass-Index von unter 18,5 kg/m2 vor. Bei Werten zwischen 25 und 30 liegt Übergewicht vor. Ab Werten von 30 spricht man von Adipositas.

Der BMI errechnet sich folgendermaßen: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Bei einer Körpergröße von 160 Zentimetern und einem Gewicht von 60 Kilogramm errechnet sich der BMI also folgendermaßen: 60 / (1,60*1,60) = 23

Untergewicht verringert die Fruchtbarkeit

Bei Untergewicht kann es beispielsweise zu einem Mangel an Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH) kommen. Dieses Hormon wird im Gehirn im Hypothalamus gebildet und regt die Hirnanhangdrüse zur Produktion von LH und FSH an. Ohne diese Hormone gerät der weibliche Zyklus aus dem Gleichgewicht. In der Folge:

  • wird der Eisprung unregelmäßig
  • findet eventuell gar kein Eisprung mehr statt
  • werden weniger Östrogene produziert
  • bleibt die Regelblutung aus oder kommt nur noch unregelmäßig
  • Bei Männern kann Untergewicht zu einer Abnahme der Spermienzahl führen. Zudem kann die Funktion der vorhandenen Spermien eingeschränkt sein.
Schwanger werden mit Übergewicht

Auch bei übergewichtigen Frauen kann es zu Hormonstörungen kommen. Das Fettgewebe ist das größte endokrine, also hormonproduzierende Organ. Im Fettgewebe werden Androgene wie das Testosteron oder das Androstendion durch das Enzym Aromatase zu Östrogenen umgewandelt. Je mehr Fettgewebe vorhanden ist, desto mehr Aromatase liegt vor. Folglich werden bei übergewichtigen Frauen vermehrt Östrogene im Fettgewebe produziert. Über einen negativen Feedback-Mechanismus bewirken diese hohen Östrogenspiegel eine verminderte Ausschüttung der Hormone GnRH, FSH und LH. Störungen im Bereich dieser Hormone können den Eisprung verhindern und eine Schwangerschaft somit unmöglich machen.

Ferner wird bei Übergewicht oft vermehrt Insulin ausgeschüttet. Die Eierstöcke reagieren auf diesen Insulinüberschuss und produzieren vermehrt Testosteron. Ein Vorgang, der sich insbesondere beim sogenannten PCO-Syndrom beobachten lässt. Durch die erhöhten Testosteronspiegel wird die Entwicklung der Follikel massiv gestört.

Übergewicht bei Frauen kann also folgende Auswirkungen haben:

  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • fehlender oder unregelmäßiger Eisprung
  • erhöhter Spiegel an männlichen Hormonen
  • höheres Risiko für das Auftreten des PCO-Syndroms
Übergewicht beim Mann schädigt die Spermien

Auch beim Mann wirkt sich Übergewicht negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Experten schätzen, dass eine Gewichtszunahme um 10 Kilogramm mit einer Abnahme der Fruchtbarkeit um 10 Prozent einhergeht.

Mehrere Studien zeigen, dass bei übergewichtigen Männern die Konzentration von Samenzellen im Ejakulat erniedrigt ist. Dabei besteht eine klare sogenannte Dosis-Wirkungs-Beziehung. Das bedeutet: Je dicker der Mann ist, desto weniger Spermien finden sich in seinem Ejakulat. Doch es liegen nicht nur zu wenig Spermien vor, die Beweglichkeit der Samenzellen ist zudem auch stark eingeschränkt. Störungen finden sich ebenfalls bei der Form der Spermien. Durch Störungen bei der Samenausreifung kommt es zu einem Anstieg von fehlgebildeten Spermien im Ejakulat.

Das Übergewicht stört zudem die Bildung der männlichen Hormone im Hoden. Die Androgenwerte sind niedriger, hingegen finden sich im Blut vermehrt weibliche Hormone. Grund für die erhöhten Östrogenspiegel ist genau wie bei der Frau die Aromatase aus dem Fettgewebe.

 

Sie sehen also, dass das Körpergewicht eine nicht unwichtige Rolle beim Kinderwunsch spielt. Weitere Einflussfaktoren und Informationen finden Sie in den anderen Artikeln der Reihe „Unerfüllter Kinderwunsch – Was nun?“

Teil 1: Grundlagen und Definition

Teil 2: Körperliche Ursachen

Teil 3: Unfruchtbar durch toxische Umwelteinflüsse

Teil 5: Die Diagnose

Katrin Schumann

Katrin Schumann

Heilpraktikerin bei Naturheilpraxis Bochum
Katrin Schumann – Heilpraktikerin für ganzheitliche Frauenheilkunde mit den Praxisschwerpunkten Frauenheilkunde, Schwangerschaft und Kinderwunsch
Katrin Schumann
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