Was ist Endometriose? Definition, Ursachen und Beschwerden

Seit dem Jahr 2014 findet jedes Jahr der „EndoMarch“ statt. Es handelt sich dabei um eine weltweite Kampagne, die Bewusstsein für die Erkrankung Endometriose schaffen soll. Sie fragen sich warum? Die Endometriose gehört vermutlich zu den Krankheiten, die deutlich unterschätzt werden. Weltweit leiden jedoch 200 Millionen Frauen und Mädchen an der Erkrankung und ihren Folgen. Bis zu 10 Prozent aller Frauen im fruchtbaren Alter leiden somit an einer Endometriose. Vom ersten Auftreten der Symptome der Endometriose bis hin zur Diagnosestellung vergehen nicht selten mehrere Jahre. In dieser Zeit durchlaufen die betroffenen Frauen häufig einen wahren Ärztemarathon und nicht immer folgt auf die Diagnose Endometriose auch eine angemessene Behandlung.

Endometriose – was ist das eigentlich?

Das Endometrium ist die Schleimhaut, die das Innere der Gebärmutter auskleidet. Bei der Endometriose siedelt sich diese Schleimhaut oder ein sehr ähnliches Gewebe auch außerhalb der Gebärmutterhöhle an. Häufig sind benachbarte Organe wie beispielsweise der Darm oder auch der untere Bauch- und Beckenraum betroffen. Prinzipiell können diese sogenannten Endometrioseherde am ganzen Körper auftreten. Besonders oft finden sie sich jedoch:

  • im kleinen Becken
  • im Bereich der Eierstöcke
  • im sogenannten Douglas-Raum, dem tiefsten Punkt im Bauchraum
  • auf den Haltebändern der Gebärmutter
  • Genau wie die „normale“ Gebärmutterschleimhaut durchläuft auch das versprenkelte Gewebe im Zyklusverlauf Veränderungen. Die Endometrioseherde werden ebenso auf- und abgebaut und bluten zyklisch. Dadurch können verschiedene Symptome entstehen.

Ursachen der Endometriose

Zur Entstehung der Endometriose gibt es verschiedene Theorien. Keine dieser Theorien kann jedoch schlüssig alle Aspekte der Erkrankung erklären. Vermutlich handelt es sich um ein Krankheitsbild, an dessen Entstehung mehrere Faktoren beteiligt sind.

Die Transplantationstheorie

Diese Theorie geht davon aus, dass während der Menstruation Schleimhautzellen aus der Gebärmutter im Körper verschleppt werden. Bei dieser sogenannten retrograden Menstruation wandern die Endometriumzellen durch die Eileiter in die Bauchhöhle und siedeln sich dort an. Da aber nicht jede Frau mit einer retrograden Menstruation auch eine Endometriose entwickelt, kann dies nur ein Faktor bei der Entstehung der Erkrankung sein. Ebenso wird diskutiert, ob die Zellen auch bei Operationen wie beispielsweise beim Kaiserschnitt aber auch bei den Endometriose-OPs selbst verschleppt werden können.

Die Metaplasietheorie

Der Metaplasietheorie zufolge wandeln sich embryonale Zellen in Endometriumherde um. Da auch Frauen ohne Gebärmutter und in äußerst seltenen Fällen sogar Männer eine Endometriose entwickeln können, scheint diese Theorie eine Berechtigung zu haben.

Das Archimetrakonzept

Diese Theorie der defekten ampullären Retention geht davon aus, dass sich bei Patientinnen mit Endometriose die Gebärmutter anders zusammenzieht als bei gesunden Frauen. Dadurch sollen vermehrt abgeschilferte Schleimhautzellen aus der Gebärmutter in die Bauchhöhle gelangen.

Endometriose – die Risikofaktoren

Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehung einer Endometriose begünstigen. Dazu gehören:

  • das frühe Einsetzen der Menstruation und ein später Eintritt in die Wechseljahre
  • eine Zyklusdauer unter 28 Tagen
  • eine Blutungsdauer über 7 Tagen
  • eine späte erste Schwangerschaft
  • Eingriffe an der Gebärmutter
  • Übergewicht und fettreiche Ernährung

Ebenso scheinen genetische Faktoren eine Rolle zu spielen, da die Erkrankung familiär gehäuft auftritt.

Endometriose durch Umweltgifte?

Umweltgifte scheinen bei der Entstehung der Endometriose eine wichtige Rolle zu spielen. Insbesondere sogenannte endokrine Disruptoren stehen in Verdacht, an der Endometriose beteiligt zu sein. Endokrine Disruptoren, auch als Umwelthormone oder Xenohormone bekannt, sind Substanzen, die das Hormonsystem beeinflussen und schädigen können. Zu diesen Stoffen gehören zum Beispiel Weichmacher wie Bisphenol A,  Pestizide oder Metalle wie Quecksilber oder Blei. Auch Kosmetik enthält häufig hormonelle Schadstoffe wie Parabene oder chemische UV-Filter. Auf die Folgen dieser endokrinen Disruptoren für das Hormonsystem und die Fruchtbarkeit habe ich auch in diesem Artikel hingewiesen. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko stellen zudem Tampons dar. Diese enthalten Dioxine, Furane sowie das Herbizid Glyphosat und haben unmittelbaren Kontakt mit der Vaginalschleimhaut und dem Gebärmutterhals. 

Endometriose, Östrogendominanz, Schilddrüse und Nebennierenschwäche

In der Praxis zeigt sich bei der Endometriose häufig eine Auffälligkeit im Hormonhaushalt, eine sogenannte Östrogendominanz. Das bedeutet, dass im Blut zu viele Östrogene vorhanden sind. Gleichzeitig besteht oft ein Mangel an dem Gelbkörperhormon Progesteron, sodass das Verhältnis zwischen diesen beiden Hormonen nicht mehr stimmt. Man spricht hier auch von einer Östrogendominanz.

Nicht selten ist auch die Funktion der Nebennieren beeinträchtigt. So findet man bei Frauen mit einer Endometriose häufig erhöhte oder erniedrigte  Spiegel von dem Stresshormon Cortisol. Ebenso zeigen sich Auffälligkeiten im Bereich der Schilddrüse wie beispielsweise eine Hashimoto-Thyreoditis.

Endometriose – Symptome und Beschwerden

Mögliche Symptome der Endometriose sind:

  • Unterbauchschmerzen während der Menstruation
  • Schmerzen vor der Monatsblutung
  • eine verstärkte und verlängerte Blutung
  • Neigung zu Eileiterschwangerschaften
  • Schokoladenzysten
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und/oder beim Stuhlgang
  • diffuse Schmerzen im Bauchbereich
  • Blut im Stuhl und/oder im Urin
  • Blähungen, Durchfall und Verstopfung

Charakteristischerweise treten diese Symptome der Endometriose periodisch auf. Allerdings können manche Beschwerden auch dauerhaft bestehen bleiben.

Endometriose und Kinderwunsch

Endometriose und Kinderwunsch – die Endometriose ist einer der häufigsten Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch. So zeigt sich bei 50 Prozent aller Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch eine Endometriose. Diese Unfruchtbarkeit basiert vor allem auf Verklebungen und Verwachsungen an Eileitern, Eierstöcken und Gebärmutter. Zum anderen können durch die Endometriose Zysten in den Eierstöcken entstehen, wodurch die Reifung der Eizellen und der gesamte weibliche Zyklus beeinträchtigt werden. Größere Endometrioseherde in der Vagina sind häufig mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verbunden und können so dem Kinderwunsch ebenfalls entgegenwirken. Die Erkrankung ist ferner mit einer chronischen Entzündung im Körper verbunden. Diese kann das biochemische Gleichgewicht im Körper stören, sodass eine Befruchtung nicht oder nur sehr schwer möglich ist.

Endometriose – was tun? Lesen Sie mehr zur schulmedizinischen und naturheilkundlichen Behandlung der Erkrankung im Teil 2 der Reihe zum Thema Endometriose.

Katrin Schumann

Katrin Schumann

Heilpraktikerin bei Naturheilpraxis Bochum
Katrin Schumann – Heilpraktikerin für ganzheitliche Frauenheilkunde mit den Praxisschwerpunkten Frauenheilkunde, Schwangerschaft und Kinderwunsch
Katrin Schumann
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