Was ist Endometriose? Symptome und Therapie

Was ist Endometriose? Definition, Ursachen und Beschwerden

Seit dem Jahr 2014 findet jedes Jahr der „EndoMarch“ statt. Es handelt sich dabei um eine weltweite Kampagne, die Bewusstsein für die Erkrankung Endometriose schaffen soll. Sie fragen sich warum? Die Endometriose gehört vermutlich zu den Krankheiten, die deutlich unterschätzt werden. Weltweit leiden jedoch 200 Millionen Frauen und Mädchen an der Erkrankung und ihren Folgen. Bis zu 10 Prozent aller Frauen im fruchtbaren Alter leiden somit an einer Endometriose. Vom ersten Auftreten der Symptome der Endometriose bis hin zur Diagnosestellung vergehen nicht selten mehrere Jahre. In dieser Zeit durchlaufen die betroffenen Frauen häufig einen wahren Ärztemarathon und nicht immer folgt auf die Diagnose Endometriose auch eine angemessene Behandlung.

Endometriose – was ist das eigentlich?

Das Endometrium ist die Schleimhaut, die das Innere der Gebärmutter auskleidet. Bei der Endometriose siedelt sich diese Schleimhaut oder ein sehr ähnliches Gewebe auch außerhalb der Gebärmutterhöhle an. Häufig sind benachbarte Organe wie beispielsweise der Darm oder auch der untere Bauch- und Beckenraum betroffen. Prinzipiell können diese sogenannten Endometrioseherde am ganzen Körper auftreten. Besonders oft finden sie sich jedoch:

  • im kleinen Becken
  • im Bereich der Eierstöcke
  • im sogenannten Douglas-Raum, dem tiefsten Punkt im Bauchraum
  • auf den Haltebändern der Gebärmutter
  • Genau wie die „normale“ Gebärmutterschleimhaut durchläuft auch das versprenkelte Gewebe im Zyklusverlauf Veränderungen. Die Endometrioseherde werden ebenso auf- und abgebaut und bluten zyklisch. Dadurch können verschiedene Symptome entstehen.

Ursachen der Endometriose

Zur Entstehung der Endometriose gibt es verschiedene Theorien. Keine dieser Theorien kann jedoch schlüssig alle Aspekte der Erkrankung erklären. Vermutlich handelt es sich um ein Krankheitsbild, an dessen Entstehung mehrere Faktoren beteiligt sind.

Die Transplantationstheorie

Diese Theorie geht davon aus, dass während der Menstruation Schleimhautzellen aus der Gebärmutter im Körper verschleppt werden. Bei dieser sogenannten retrograden Menstruation wandern die Endometriumzellen durch die Eileiter in die Bauchhöhle und siedeln sich dort an. Da aber nicht jede Frau mit einer retrograden Menstruation auch eine Endometriose entwickelt, kann dies nur ein Faktor bei der Entstehung der Erkrankung sein. Ebenso wird diskutiert, ob die Zellen auch bei Operationen wie beispielsweise beim Kaiserschnitt aber auch bei den Endometriose-OPs selbst verschleppt werden können.

Die Metaplasietheorie

Der Metaplasietheorie zufolge wandeln sich embryonale Zellen in Endometriumherde um. Da auch Frauen ohne Gebärmutter und in äußerst seltenen Fällen sogar Männer eine Endometriose entwickeln können, scheint diese Theorie eine Berechtigung zu haben.

Das Archimetrakonzept

Diese Theorie der defekten ampullären Retention geht davon aus, dass sich bei Patientinnen mit Endometriose die Gebärmutter anders zusammenzieht als bei gesunden Frauen. Dadurch sollen vermehrt abgeschilferte Schleimhautzellen aus der Gebärmutter in die Bauchhöhle gelangen.

Endometriose – die Risikofaktoren

Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehung einer Endometriose begünstigen. Dazu gehören:

  • das frühe Einsetzen der Menstruation und ein später Eintritt in die Wechseljahre
  • eine Zyklusdauer unter 28 Tagen
  • eine Blutungsdauer über 7 Tagen
  • eine späte erste Schwangerschaft
  • Eingriffe an der Gebärmutter
  • Übergewicht und fettreiche Ernährung

Ebenso scheinen genetische Faktoren eine Rolle zu spielen, da die Erkrankung familiär gehäuft auftritt.

Endometriose durch Umweltgifte?

Umweltgifte scheinen bei der Entstehung der Endometriose eine wichtige Rolle zu spielen. Insbesondere sogenannte endokrine Disruptoren stehen in Verdacht, an der Endometriose beteiligt zu sein. Endokrine Disruptoren, auch als Umwelthormone oder Xenohormone bekannt, sind Substanzen, die das Hormonsystem beeinflussen und schädigen können. Zu diesen Stoffen gehören zum Beispiel Weichmacher wie Bisphenol A,  Pestizide oder Metalle wie Quecksilber oder Blei. Auch Kosmetik enthält häufig hormonelle Schadstoffe wie Parabene oder chemische UV-Filter. Auf die Folgen dieser endokrinen Disruptoren für das Hormonsystem und die Fruchtbarkeit habe ich auch in diesem Artikel hingewiesen. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko stellen zudem Tampons dar. Diese enthalten Dioxine, Furane sowie das Herbizid Glyphosat und haben unmittelbaren Kontakt mit der Vaginalschleimhaut und dem Gebärmutterhals. 

Endometriose, Östrogendominanz, Schilddrüse und Nebennierenschwäche

In der Praxis zeigt sich bei der Endometriose häufig eine Auffälligkeit im Hormonhaushalt, eine sogenannte Östrogendominanz. Das bedeutet, dass im Blut zu viele Östrogene vorhanden sind. Gleichzeitig besteht oft ein Mangel an dem Gelbkörperhormon Progesteron, sodass das Verhältnis zwischen diesen beiden Hormonen nicht mehr stimmt. Man spricht hier auch von einer Östrogendominanz.

Nicht selten ist auch die Funktion der Nebennieren beeinträchtigt. So findet man bei Frauen mit einer Endometriose häufig erhöhte oder erniedrigte  Spiegel von dem Stresshormon Cortisol. Ebenso zeigen sich Auffälligkeiten im Bereich der Schilddrüse wie beispielsweise eine Hashimoto-Thyreoditis.

Endometriose – Symptome und Beschwerden

Mögliche Symptome der Endometriose sind:

  • Unterbauchschmerzen während der Menstruation
  • Schmerzen vor der Monatsblutung
  • eine verstärkte und verlängerte Blutung
  • Neigung zu Eileiterschwangerschaften
  • Schokoladenzysten
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und/oder beim Stuhlgang
  • diffuse Schmerzen im Bauchbereich
  • Blut im Stuhl und/oder im Urin
  • Blähungen, Durchfall und Verstopfung

Charakteristischerweise treten diese Symptome der Endometriose periodisch auf. Allerdings können manche Beschwerden auch dauerhaft bestehen bleiben.

Endometriose und Kinderwunsch

Endometriose und Kinderwunsch – die Endometriose ist einer der häufigsten Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch. So zeigt sich bei 50 Prozent aller Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch eine Endometriose. Diese Unfruchtbarkeit basiert vor allem auf Verklebungen und Verwachsungen an Eileitern, Eierstöcken und Gebärmutter. Zum anderen können durch die Endometriose Zysten in den Eierstöcken entstehen, wodurch die Reifung der Eizellen und der gesamte weibliche Zyklus beeinträchtigt werden. Größere Endometrioseherde in der Vagina sind häufig mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verbunden und können so dem Kinderwunsch ebenfalls entgegenwirken. Die Erkrankung ist ferner mit einer chronischen Entzündung im Körper verbunden. Diese kann das biochemische Gleichgewicht im Körper stören, sodass eine Befruchtung nicht oder nur sehr schwer möglich ist.

Endometriose – was tun? Lesen Sie mehr zur schulmedizinischen und naturheilkundlichen Behandlung der Erkrankung im Teil 2 der Reihe zum Thema Endometriose.

Diagnose Reizdarm – das steckt dahinter

 

Diagnose Reizdarm – das steckt dahinter

Reizdarm Heilpraktiker

 

Blähungen, Völlegefühl, Durchfall und Verstopfung – wenn Sie die Diagnose Reizdarm erhalten haben, gehören diese Beschwerden vermutlich zu Ihrem Alltag. Patienten mit der Diagnose Reizdarm haben oft zahlreiche Arztbesuche und verschiedene Diagnostik hinter sich. Die Diagnose Reizdarmsyndrom ist häufig verbunden mit einem „Damit müssen Sie nun leben.“ Nicht selten wird durch den Arzt sogar der Eindruck erweckt, die Beschwerden seien „rein psychisch“ oder gar eingebildet. Doch ist das wirklich so? In diesem Artikel möchte ich mir mit Ihnen gemeinsam das Reizdarmsyndrom genauer ansehen.

Reizdarm – was ist das eigentlich?

Unter den Begriff Reizdarmsyndrom (RDS) fallen in der Medizin verschiedene funktionelle Darmerkrankungen. Bei einer funktionellen Störung ist der Darm in seiner Funktion gestört, sodass es zu Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen kommt. Doch bei Untersuchungen des Darms zeigen sich keinerlei Schäden, die für solche Symptome verantwortlich sein könnten. Um die Diagnose Reizdarm stellen zu können, müssen also zunächst Schäden am Organ und damit verschiedene Darmerkrankungen ausgeschlossen werden. Deshalb sagt man auch, dass das Reizdarmsyndrom eine Ausschlussdiagnose ist. Rund 50 Prozent aller Patienten, die einen Spezialisten für Darmerkrankungen (Gastroenterologen) aufsuchen, erhalten die Diagnose Reizdarm. Doch findet sich bei all diesen Patienten wirklich keine Ursache für Ihre Beschwerden? Die Erfahrungen aus meiner Praxis zeigen ein anderes Bild. Bei einem Großteil der Patienten, die mit der Diagnose Reizdarmsyndrom in meine Praxis kommen, finden sich durchaus Veränderungen im Bereich des Verdauungssystems. Eine Behandlung, die hier ansetzt, kann die Beschwerden lindern.

Dünndarmfehlbesiedlung als Ursache des Reizdarmsyndroms

In unserem Darm leben Billionen Bakterien. In ihrer Gesamtheit werden sie auch als Darmflora bezeichnet. In Dünn- und Dickdarm wohnen jeweils verschiedene Bakterienstämme. Während der Dickdarm eine große Anzahl an Bakterien aufweist, ist der Dünndarm normalerweise eher spärlich besiedelt. Eine Schleimhautklappe, die den Dünn- vom Dickdarm trennt, soll verhindern, dass Keime aus dem Dickdarm in den vorgelagerten Dünndarm gelangen. Beeinträchtigungen dieser Klappe und/oder Störungen in der Darmmotorik können dazu führen, dass sich die Bewohner des Dickdarms auch im Dünndarm ansiedeln. Verschiedene Faktoren können dies begünstigen. Finden sich im Dünndarm vermehrt Bewohner des Dickdarms, spricht man von einer Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB oder englisch SIBO). Gelangt der Nahrungsbrei nach dem Essen in den Dünndarm, widmen sich die Dickdarmbakterien der Verdauung. Sie produzieren dabei Gase, die bei den Betroffenen Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Blähungen hervorrufen können.

Reizdarm durch eine gestörte Darmflora

Nicht nur der Dünndarm, auch der Dickdarm kann Verursacher des Dysbiose ReizdarmReizdarmsyndroms sein. Die Darmflora des Menschen ist ein komplexes Ökosystem, das aus verschiedenen Mikroorganismen besteht. Rund 10 bis 100 Billionen Bakterien aus 500 bis 1000 unterschiedlichen Arten haben hier ihren Platz. Zu einem überwiegenden Teil besteht die Flora jedoch aus Bakterien der Stämme Firmicutes, Bacteroidetes, Proteobacteria und Actinobacteria. Die Bakterien übernehmen verschiedene Aufgaben. Sie:

  • versorgen uns mit Vitaminen
  • unterstützen den Darm bei der Verdauung von Nahrungsbestandteilen
  • versorgen den Darm mit Energie
  • spielen eine wichtige Rolle für das Immunsystem
  • regen den Darm zur Bewegung an

Ein Ungleichgewicht in der Darmflora, mit einem Mangel an „guten“ und einem Überfluss an „schlechten“ Bakterien hat entsprechend weitreichende Folgen. Zu den Symptomen einer solchen Dysbiose gehören Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Darmkrämpfe und Koliken. Kommen Ihnen diese Beschwerden vielleicht bekannt vor?

Diagnose Reizdarmsyndrom – Versteckt sich dahinter ein Leaky Gut?

Eine wichtige Aufgabe des Darms ist es, Nährstoffe durch die Darmschleimhaut in den Körperkreislauf zu lassen und schädliche Stoffe auszuscheiden. Er fungiert deshalb als wichtige Barriere zwischen der Umwelt und dem Körper. Beim Leaky Gut kommt es durch verschiedene Mechanismen zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms. Dadurch treten vermehrt Stoffe in den Blutkreislauf über, die dort nicht hingehören. Das Immunsystem reagiert auf diese Substanzen und die Darmschleimhaut entzündet sich, sodass es zu weiteren Schädigungen kommt. Das Leaky Gut Syndrom kann nicht nur darmspezifische Symptome hervorrufen, sondern auch Ursache diffuser Beschwerden wie Müdigkeit oder Leistungsabfall sein. Ebenso können Autoimmunerkrankungen, Hauterkrankungen, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten Folgen eines Leaky Gut Syndroms sein.

Gereizter Darm durch Gluten

Verschiedene Bestandteile des Glutens können bei einigen Menschen zu einer Glutenunverträglichkeit oder einer Glutensensitivität führen. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in verschiedenen Getreidearten vorkommt. Dazu gehören neben Weizen auch Dinkel, Emmer, Einkorn und Kamut. Patienten mit einer Glutenempfindlichkeit reagieren auf den Verzehr von glutenhaltigen Produkten mit Befindlichkeitsstörungen. Anders als bei der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) finden sich jedoch keine zöliakie- oder allergietypischen Antikörper. Eine Glutensensitivität ist dementsprechend nicht so einfach zu diagnostizieren. Verzichten Sie für einige Zeit auf glutenhaltige Nahrungsmittel, werden sich Ihre Beschwerden vermutlich bessern.

Reizdarmsyndrom: Folge schlechter Ernährung?

Reizdarm ZusatzstoffeAuch eine unausgewogene Ernährung kann zu Reizdarmsymptomen führen. Neuere Studien zeigen, dass bestimmte Zellen im Darm auf Aromastoffe in der Nahrung reagieren. Dadurch kommt es zu einer gestörten Darmaktivität mit Übelkeit oder Durchfall. Auch verschiedene andere Zusatzstoffe in Lebensmitteln wie beispielsweise künstliche Süßstoffe (Aspartam oder Sorbit) können die Darmtätigkeit negativ beeinflussen.

 

Sie sehen: Bevor die Diagnose Reizdarm abschließend gestellt werden kann, sollten zahlreiche andere Ursachen ausgeschlossen werden. Denn mit Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung oder Blähungen müssen Sie sich keinesfalls abfinden. Gerne berate ich Sie dazu in meiner Praxis.

 

Warum Protonenpumpenhemmer nicht die Lösung Ihres Problems sind

Warum Protonenpumpenhemmer nicht die Lösung Ihres Problems sind

Protonenpumpenhemmer

 

Erst letztens habe ich ihn im TV wieder gesehen, diesen einen Werbespot eines großen Arzneimittelherstellers für einen Säureblocker. Ein Mann spaziert zu einer Wurstbude, holt sich eine Currywurst und packt sich noch bevor die Wurst verzehrt ist an den Magen und spuckt dann Feuer: Sodbrennen! Doch die Lösung ist ganz einfach „…(setzen Sie hier den Namen des Medikaments ein) bekämpft zuverlässig die Ursache von Sodbrennen.“ Ach so ist das. Das erklärt natürlich, warum ich in der Praxis immer häufiger auf Patienten treffe, die einen Säureblocker einnehmen. Neben den Statinen zur Senkung des Cholesterinspiegels (eigentlich ebenfalls einen Blogartikel wert) sind Säureblocker weltweit die am häufigsten verordneten Medikamente. Knapp drei Millionen  Tagesdosen wurden im Jahr 2012 von Ärzten verschrieben. Da die Mittel bis zu einer bestimmten Dosierung ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind, ist eine Verordnung eigentlich nicht nötig, sodass die tatsächlich eingenommene Menge vermutlich noch höher ist. Säureblocker wirken als gut verträglich, magenschützend und nebenwirkungsarm. Doch ist dem wirklich so?

 

Säureblocker – was ist das eigentlich?

Mit Säureblockern, oft auch als Magenschutz bezeichnet, meint man Protonenpumpenhemmer, auch Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) genannt. Bekannte Wirkstoffe dieser Klasse sind:

  • Omeprazol
  • Esomeprazol
  • Pantoprazol
  • Lansoprazol
  • Rabeprazol

Bei diesen Substanzen handelt es sich um sogenannte Prodrugs. Das bedeutet, dass sie erst an ihrem eigentlichen Wirkort aktiviert werden. Zunächst müssen die Wirkstoffe jedoch dorthin gelangen. Da sie erst im Dünndarm aufgenommen werden, sind sie in einer magensaftresistenten Hülle geschützt. Vom Dünndarm gelangen sie über die Blutbahn zu den sogenannten Belegzellen im Magen. Die Belegzellen produzieren unter anderem Magensäure. Diese Säure aktiviert die Protonenpumpenhemmer. Sie binden sich im Bereich der Belegzellen an eine Protonen-Kalium-Pumpe und blockieren diese irreversibel. Deshalb werden Säureblocker dieser Wirkstoffgruppe Protonenpumpenhemmer genannt. Aufgrund der Blockierung wird weniger Magensäure gebildet, der pH-Wert des Magensaftes steigt und seine Aggressivität wird abgemildert.

Eingesetzt werden Protonenpumpenhemmer unter anderem bei:

Protonenpumpenhemmer sollen gegen Sodbrennen helfen.

Protonenpumpenhemmer sollen gegen Sodbrennen helfen.

  • Refluxkrankheit / Sodbrennen
  • Magenschleimhautentzündungen (Gastritis)
  • Magen- und Dünndarmgeschwüren (Ulcus ventriculi bzw. duodeni)
  • zum Magenschutz bei Dauertherapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika

Doch leider hat die Hemmung der Magensäure scheinbar ihren Preis.

Vitamin B12-Mangel durch PPI

Damit Vitamin B12 aus der Nahrung abgespalten und vom Darm aufgenommen werden kann, ist Magensäure erforderlich. Somit kann eine Hemmung der Magensäure durch Protonenpumpenblocker zu einem B12-Mangel führen. Ein unbehandelter Vitaminmangel kann neurologische Schäden, Anämien und andere Komplikationen zur Folge haben. Zu den typischen Symptomen eines Vitamin-B12-Mangels gehören unter anderem Kribbelgefühle in Armen oder Beinen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und eingerissene Mundwinkel.  Studien zufolge kann die Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren das Risiko für einen B12-Mangel um bis zu 65 Prozent erhöhen. 

Ebenso gibt es Hinweise auf einen Magnesium- und Eisenmangel in Zusammenhang mit der Einnahme von Säureblockern.

Vermehrte Knochenfrakturen bei Einnahme von Säureblockern

Insbesondere bei Langzeitanwendungen gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. So machte die US-amerikanische Food and Drug Administration schon im Jahr 2010 auf einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von PPI und einem erhöhten Bruchrisiko aufmerksam. Die Nurses´Health Study, die mit fast 80.000 Frauen durchgeführt wurde, beschäftigte sich weiter mit diesem Phänomen. Bei Auswertung der Studiendaten zeigte sich, dass eine regelmäßige PPI-Einnahme das absolute Risiko für eine Fraktur des Oberschenkelknochens um 35 Prozent erhöhte. Bei Raucherinnen oder Ex-Raucherinnen stieg das Risiko sogar um mehr als 50 Prozent. Je länger die Frauen das Medikament einnahmen, desto höher war ihr Risiko. Nach Absetzen der PPI dauerte es noch zwei Jahre, bis das Risiko wieder auf ein normales Niveau sank.

Der Darm in Not

Protonenpumpenhemmer hemmen zuverlässig die Säureproduktion im Magen. Doch dadurch gerät der Darm in Not. Die Magensäure ist ja nicht nur (vermeintlich) eine Ursache des lästigen Sodbrennens, sondern hat durchaus ihre Aufgaben. Eine Aufgabe ist die Abtötung von Keimen, die mit der Nahrung in den Magen gelangen. Bei einer verminderten Magensäure schaffen mehr Bakterien den Weg in den Darm. So zeigen sich bei Patienten, die PPI einnehmen, häufiger Infektionen mit Clostridium difficile. Diese können sich durch Durchfälle und Bauchschmerzen äußern. Auch in der Praxis habe ich bemerkt, dass Patienten, die Protonenpumpenhemmer einnehmen, fast alle eine Dysbiose, also eine Störung der Darmflora, aufweisen. Ich vermute, dass über diesen Mechanismus, Protonenpumpenhemmer auch Nahrungsmittelallergien fördern können. 

Protonenpumpenhemmer schädigen die natürliche Darmflora

Protonenpumpenhemmer schädigen die natürliche Darmflora

Protonenpumpenhemmer erhöhen das Risiko für chronische Nierenerkrankungen

Eine Studie der John Hopkins University in Baltimore gibt weiteren Anlass, den allzu sorglosen Einsatz von Protonenpumpenhemmern zu überdenken. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass das absolute Erkrankungsrisiko für chronische Nierenerkrankungen unter der langjährigen Einnahme von Säureblockern um rund 3 Prozent steigt. Die Beziehung war auch abhängig von der Dosis. Patienten, die zweimal am Tag PPI schluckten, hatten ein höheres Erkrankungsrisikofür ein chronisches Nierenversagen, als Patienten, die nur eine Tagesdosis erhielten.

Protonenpumpenblocker können in die Abhängigkeit führen

Ein weiteres Problem der Arzneimittel aus der Wirkstoffklasse der Protonenpumpeninhibitoren ist ihr Abhängigkeitpotential. Nach dem Absetzen des entsprechenden Medikaments bildet der Magen vorübergehend mehr Magensäure. Dieses Phänomen wird auch als Rebound-Effekt bezeichnet. Die Folge ist vermehrtes Sodbrennen, sodass viele Patienten wieder zur Tablette greifen.

Erhöhtes Krebsrisiko durch Säureblocker?

Ein Hauptanwendungsgebiet von PPI ist die sogenannte Refluxösophagitis. Hier kommt es aufgrund des Rückflusses von Magensäure zu einer Entzündung der Speiseröhre. Bei länger bestehender Symptomatik kann sich das sogenannte Barrett-Syndrom entwickeln. Es handelt sich dabei um eine chronisch-entzündliche Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut. Infolge wandelt sich das Epithel der Speiseröhre metaplastisch um. Das bedeutet, dass sich die Zellen in andere Zellformen umwandeln. Dieses Barret-Snydrom ist als Präkanzerose, also als die Vorstufe einer Krebserkrankung einzuordnen. Mithilfe der Protonenpumpenhemmer soll die gereizte Schleimhaut der Speiseröhre zur Ruhe kommen, sodass sich diese Präkanzerose nicht weiterentwickelt. Doch scheinbar können PPI genau das Gegenteil bewirken. So führt eine Therapie mit Protonenpumpenhemmern häufig zu einer sogenannten Hypergastrinämie, also zu einem vermehrten Vorkommen des Hormons Gastrin im Blut. Gastrin scheint das Wachstum und die Teilung von Zellen anzuregen und somit zur Entstehung von Tumoren des Magen-Darm-Trakts sowie des neuroendokrinen Systems beizutragen.

Übersäuerung durch Säureblocker

Das klingt natürlich zunächst sehr paradox. Bei der Arbeit der Belegzellen entsteht nicht nur Salzsäure, sondern als „Abfallprodukt“ auch Bicarbonat. Dies gelangt über verschiedene Prozesse dann ins Blut und natürlich auch zu den Körperzellen. Salzsäure und Bicarbonat sind so eng miteinander verknüpft, dass durch die Hemmung der Salzsäureproduktion auch weniger Bicarbonat im Blut vorhanden ist. Die Folge bei einer langwierigen Einnahme von PPI ist eine Übersäuerung des Gewebes mit allen möglichen Konsequenzen. 

Die Schlussfolgerung

Protonenpumpenhemmer werden im medizinischen Alltag leider allzu oft unnütz und ohne vorheriges Abwägen der Risiken eingesetzt. Insbesondere die stetig steigenden Verordnungen zur Langzeitanwendung sollten zwingend überdacht werden. Doch was tun stattdessen?

Ursachenforschung statt Einnahme von Säureblockern

Anders als in der Werbung des großen Arzneimittelherstellers propagiert agieren Protonenpumpeninhibitoren eben nicht gegen die Ursache des Sodbrennens. Allzu oft wirken sie leider sogar kontraproduktiv. Tatsächlich zeigt sich bei vielen Patienten mit einem Reflux nicht einmal eine übermäßig hohe Produktion von Magensäure. Die Suche nach den Ursachen ist somit umso wichtiger. Zu den möglichen Ursachen gehören unter anderem:

  • eine gestörte Darmflora
  • eine Störung der Speiseröhrenperistaltik
  • Probleme im Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre bzw. auch zwischen Magen und Dünndarm (häufig handelt es sich beim Reflux gar nicht um einen Rückfluss von Magen-, sondern von Gallensäure)
  • ein Zwerchfellbruch
  • das vermehrte Vorhandensein von Helicobacter pylori
  • ein Magensäuremangel (!)

Keine dieser Ursachen kann durch die Einnahme von Protonenpumpenhemmern behoben werden. Vor dem Griff zu den Säureblockern empfiehlt sich somit immer ein genauer Blick auf die Symptomatik und eine ausführliche Diagnosestellung. Hier kann ein ganzheitlich arbeitender Arzt oder Heilpraktiker helfen. Gerne berate ich Sie auch in meiner Praxis.

Was Sie bei Sodbrennen und Co. tun können

Sodbrennen durch gesunde Ernährung entgegenwirken

Sodbrennen durch gesunde Ernährung entgegenwirken

  1. Verzichten Sie auf große Mahlzeiten und essen Sie lieber über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten. Kauen Sie ausgiebig und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten.
  2. Essen Sie Ihre letzte Mahlzeit spätestens drei bis vier Stunden vor dem Zubettgehen.
  3. Kurzfristige Hilfe bei akutem Sodbrennen können Kartoffelpresssaft, Heilerde oder eingeweichte Leinsamenbieten.
  4. Bewegen Sie sich regelmäßig. Schon ein einstündiger Spaziergang am Tag kann die Refluxproblematik bessern.
  5. Meiden Sie zuckerreiche Mahlzeiten und industriell verarbeitete Lebensmittel.
  6. Bevorzugen Sie stattdessen vitamin- und nährstoffreiche Kost. Wenn Sie Rohkost nicht vertragen, können Sie das Gemüse leicht andünsten.
  7. Verzichten Sie auf Alkohol und Rauchen. Auch Ihren Kaffeegenuss sollten Sie einschränken.

 

 

 

 

 

 

Natürliche Hilfe bei Scheidentrockenheit

Natürliche Hilfe bei Scheidentrockenheit

Scheidentrockenheit HeilpraktikerTrockenheit, Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – kommt Ihnen das bekannt vor? Diese Symptome sind deutliche Hinweise auf Scheidentrockenheit. Normalerweise wird die Scheide durch die milchig-weißliche Scheidenflüssigkeit feucht gehalten. Im unerregten Zustand besteht der normale Ausfluss aus Flüssigkeit des Gebärmutterhalses und der Schleimhautzellen, die in der Vagina sitzen. Die Ausflussmenge und auch die Konsistenz ändern sich während des Zyklus. Kurz vor dem Eisprung in der Zyklusmitte wird mehr Sekret produziert. Ebenso steigt die Sekretmenge vor dem Einsetzen der Menstruation an. Grund dafür ist ein Anstieg des weiblichen Sexualhormons Östrogen.

Das Scheidensekret übernimmt eine wichtige Schutzfunktion. Es hat durch die Milchsäurebakterien einen sauren pH-Wert und dient somit dem Schutz vor Bakterien, die eher ein alkalisches Milieu bevorzugen. Bei Erregung sondern die Bartholinschen Drüsen, die in den Scheidenvorhof münden, ein dünnflüssiges Sekret ab. Diese Flüssigkeit erleichtert das Eindringen des Penis beim Sex. Bei einer zu geringen Produktion dieses natürlichen Gleitmittels spricht man von einem Lubrikationsmangel.

Scheidentrockenheit durch hormonelle Störungen

Meist findet sich die Ursache der trockenen Scheide im Hormonsystem. Viele Frauen leiden insbesondere in den Wechseljahren unter Scheidentrockenheit. In den Wechseljahren nimmt der Östrogenspiegel ab. Sowohl das bekannte Östrogen als auch das „Schleimhauthormon“ Östradiol sind dann nicht mehr in so hohen Konzentrationen vorhanden wie vor der Menopause. Dadurch wird weniger Scheidensekret produziert. Zudem werden sowohl die Vagina als auch die Schamlippen schlechter durchblutet. In der Folge wird die Haut dort dünner und empfindlicher. Schnell entstehen so kleine Risse oder Verletzungen, die zusätzlich Schmerzen verursachen.

Doch die hormonellen Schwankungen treten nicht nur in den Wechseljahren auf. Auch während der Schwangerschaft oder Stillzeit ist das Risiko für hormonelle Entgleisungen erhöht. Ebenso können verschiedene Medikamente, vor allem hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille (!) Scheidentrockenheit hervorrufen.

Erkrankungen, bei denen es zu Scheidentrockenheit kommen kann

In einigen Fällen liegt der trockenen Scheidenschleimhaut eine andere Erkrankung zugrunde. Insbesondere bei der Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus, kann es durch die Beeinträchtigung von Nerven und Blutgefäßen zu einer verlangsamten Lubrikation kommen. Ebenso kann ein zu hoher Blutdruck für die trockene Scheide verantwortlich sein. Die Erregungsleitung wird gestört, sodass nicht nur das sexuelle Interesse herabgesetzt wird, sondern auch die Lubrikation ausbleibt.

Scheidentrockenheit kann zudem die Begleiterscheinung von Endometriose oder dem Sjögren-Syndrom sein. Auch als Nebenwirkung einer Krebsbehandlung mit Chemo- oder Antihormontherapie kann Scheidentrockenheit auftreten.

Intimhygiene und Genussgifte als auslösende Faktoren

Eine zu trockene Scheide kann aber auch die Folge eines schlechten Lebensstils sein. Genussgifte wie Alkohol oder Nikotin beeinträchtigen die Blutgefäße, sodass sich ihr Konsum auch auf die Feuchtigkeit der Vagina auswirken kann. 

Schädlich ist ferner eine übertriebene Intimhygiene. Die Scheidenflora besitzt ein natürliches Gleichgewicht, dass durch den Einsatz von Seife, Lotionen oder Duschgel gestört wird. Übertriebene Waschmaßnahmen haben häufig eine gestörte Vaginalflora und damit auch eine trockene Scheide zur Folge.

Der Einfluss der Psyche

Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Psyche auf die Lubrikation. Seelische und psychische Belastungen wirken sich auch auf die Erregungsfähigkeit und damit auf den Sekretfluss der Scheide aus. Nervosität, Ängste und Stress können sich also auch durch Scheidentrockenheit äußern. Ebenso kann eine trockene Scheide ein Hinweis darauf sein, dass Sie sich sexuell nicht angesprochen fühlen. Möglicherweise haben Sie andere Bedürfnisse als Ihr Partner oder haben eventuell sogar ein schwerwiegendes Trauma erlitten, dass Sie heute noch beeinträchtigt.

Scheidentrockenheit ist häufig ein Tabuthema, über das nur wenige Frauen offen sprechen. Symptome wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Brennen und Juckreiz im Intimbereich, Brennen beim Wasserlassen und Blutungen nach dem Sex sind sehr unangenehm. Doch was tun gegen die trockene Scheide?

Scheidentrockenheit – Behandlung bei der Heilpraktikerin / Ärztin

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie unter Scheidentrockenheit leiden, sollten Sie Ihre Gynäkologin aufsuchen. Diese wird die Intimregion genauer untersuchen und eventuell den pH-Wert der Scheide bestimmen. Ein Hormonstatus kann Aufschluss darüber geben, ob ein Östrogenmangel hinter der trockenen Scheide steckt. Der Hormonstatus beim Arzt wird meistens im Blut erhoben. Ergänzend dazu empfehle ich einen Hormonspeicheltest, da nur dieser Auskunft über die freien und damit verfügbaren Hormone gibt. Sollte sich bei dieser Untersuchung wirklich ein Östrogenmangel als Ursache zeigen, gibt es verschiedene naturheilkundliche Behandlungsmethoden. So eignen sich beispielsweise spagyrische oder homöopathische Arzneimittel aus Pflanzen wie der Traubensilberkerze zur Therapie. Ebenso können Zäpfchen oder Intimöle mit ätherischen Ölen genutzt werden. Bei fehlender Scheidensekretion können unter anderem folgende ätherische Öle hilfreich sein:

  • Rosengeranie
  • Muskatellersalbei
  • Ylang-Ylang
  • Benzoe
  • Anis
  • Lavendel

Auch hormonmodulierende und schleimhautanregende Tees mit Anis, Gänsefingerkraut, Kamille, Frauenmantel oder Ringelblume können unterstützend zum Einsatz kommen. Das Öl des Granatapfels und Traubenkernöl wirken sich ebenfalls positiv auf die Vaginalflora und die Scheidengesundheit aus.

Insbesondere in der Therapie von Wechseljahrsbeschwerden haben sich bioidentische Hormoncremes bewährt. Ebenso kann die Therapeutische Frauen-Massage ausgleichend auf den Hormonhaushalt wirken und so auch gegen Scheidentrockenheit helfen.

Was Sie gegen Scheidentrockenheit tun können
  • Verzichten Sie auf Tampons. Diese trocknen nur zusätzlich aus. Greifen Sie lieber auf ökologische Binden oder auf Menstruationstassen zurück.
  • Greifen Sie beim Sex auf natürliche Gleitmittel zurück. Ein gutes hormonfreies Gleitgel mit tollen Inhaltsstoffen für den empfindlichen Intimbereich erhalten Sie bei der Marktapotheke Greiff. Auf Sex verzichten sollten Sie nicht. Mal abgesehen davon, dass Geschlechtsverkehr der Seele und auch der Partnerschaft gut tut, verbessert der regelmäßige Geschlechtsakt zudem die Durchblutung der Vagina.
  • Reduzieren Sie Ihren Stress. Wenn bei der trauten Zweisamkeit mit dem Liebsten die Gedanken immer noch um die Kinder, den Haushalt oder die Arbeit kreisen, ist eine entspannte Sexualität kaum möglich. Meditation, Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung können dabei helfen, das Gedankenkarrussell zu stoppen.

 

 

Diagnose bei unerfülltem Kinderwunsch

Diagnose bei unerfülltem Kinderwunsch

Diagnose Kinderwunsch

Wie Sie in den vorherigen Artikeln bereits gesehen
haben, sind die Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch sehr vielschichtig. Nicht selten gibt es nicht nur den einen Grund, sondern die Kinderlosigkeit ist vielmehr ein multikausales Geschehen. Umso wichtiger ist eine ausführliche und genaue Diagnose.

Die Wahl der richtigen Praxis

Bei Fruchtbarkeitsstörungen empfiehlt es sich, sowohl beim Mann als auch bei der Frau genauer hinzuschauen. Schließlich ist Ihr Wunschkind keine Einzelleistung, sondern ein Gemeinschaftsprojekt 😉 Wenn Sie in gynäkologischer Behandlung sind, können Sie Ihren Frauenarzt bzw. Ihre Frauenärztin auf den Kinderwunsch ansprechen. Möglicherweise finden sich hier bereits Hinweise auf eventuelle Ursachen. In der gynäkologischen Praxis können auch die Hormonwerte im Blut bzw. im Speichel (wenn Ihre Gynäkologin / Ihr Gynäkologe dafür aufgeschlossen ist) bestimmt werden. Für die Untersuchung des Mannes sind urologische oder andrologische Praxen zuständig. Mittlerweile gibt es in den meisten Städten Spezialpraxen, Kliniken und Kinderwunschzentren, die sich ausschließlich der Beratung und Behandlung von Patienten mit unerfülltem Kinderwunsch widmen. Auch hier werden entsprechende Diagnosemöglichkeiten angeboten. Auch Heilpraktiker, die sich auf das Thema Kinderwunsch spezialisiert haben, führen eine ausführliche Diagnose durch. Diese umfasst je nach Arbeitsweise des Therapeuten neben schulmedizinischen auch naturheilkundliche Diagnoseverfahren. Bei der Wahl der richtigen Praxis helfen folgende Fragen:

  • Wie verständlich vermitteln mir meine Ansprechpartner Informationen?
  • Werde ich über alle Untersuchungen und Behandlungen ausreichend aufgeklärt?
  • Nehmen sich meine Ansprechpartner ausreichend Zeit zum Gespräch?
  • Fühle ich mich in der Praxis wohl?
  • Kann ich Vertrauen zu meinen Ansprechpartnern entwickeln?
  • Das erste Gespräch

Beim ersten Gespräch steht ihre bisherige Krankengeschichte im Mittelpunkt. Auch ihre derzeitigen Lebensverhältnisse, Ihre Beziehung und Ihre Sexualität können in diesem Gespräch eine Rolle spielen. Da alle Informationen über Sie von Relevanz sein können, ist es hilfreich, wenn Sie sich vor dem Gespräch alles notieren, was Ihnen wichtig erscheint. Diese Liste können Sie zum Erstgespräch mitnehmen. Häufig vergisst man sonst in der Aufregung, was man eigentlich so dringend loswerden wollte. Sollten während des Gesprächs Fragen auftauchen, haben Sie keine Scheu nachzufragen. Auch mögliche Ängste, Unsicherheiten und Sorgen sollten hier zur Sprache kommen. Anhand des ersten Gesprächs wird meist schnell deutlich, welche weiteren Diagnoseverfahren nötig sind.

Gynäkologische Untersuchung

Wenn die Gynäkologin / der Gynäkologe über den Kinderwunsch informiert ist, wird normalerweise eine gynäkologische Untersuchung vorgenommen. Im Rahmen dieser Untersuchung macht der Arzt einen Abstrich, der dann auf Bakterien und Pilzbefall untersucht wird. Mittels Ultraschall kann der Arzt Auffälligkeiten im Bereich von Gebärmutter, Eierstöcken und Eileitern erkennen. Auch zyklische Veränderungen der Gebärmutter und der Eierstöcke lassen sich so beurteilen. Die Ultraschalluntersuchung ist normalerweise schmerzfrei.

Um Veränderungen in der Gebärmutter oder in den Eileitern abzuklären, können spezielle Ultraschalluntersuchungen nötig sein. So wird bei der Hysterosalpingo-Kontrastsonografie vor der Untersuchung ein Kontrastmittel gespritzt, sodass in der folgenden Untersuchung die Durchgängigkeit der Gebärmutter und der Eileiter beurteilt werden kann.

Bauch- und Gebärmutterspiegelung

Besteht nach dieser Untersuchung der Verdacht auf eine Verklebung oder einen Verschluss der Eileiter, kann der Arzt eine Bauchspiegelung empfehlen. Bei der der kleinen Operation macht der behandelnde Arzt einen kleinen Schnitt unterhalb des Bauchnabels und führt ein Untersuchungsinstrument ein. Dieses Laparoskop besteht aus einem dünnen Metallstab mit einer winzigen eingebauten Kamera. Im Rahmen der Bauchspiegelung können auch auffällige Zysten, Myome, Verwachsungen und kleine Endometrioseherde entfernt werden. Eine Gebärmutterspiegelung wird durchgeführt, um Fehlbildungen, Myome, Verwachsungen und Veränderungen der Schleimhaut in der Gebärmutter zu erkennen.

Untersuchung der Hormone

Bei endokrinologischen Untersuchungen wird die Hormonproduktion überprüft. Dafür sollten folgende Hormone im Blut gemessen werden:

  • Östradiol
  • Prolaktin
  • die Schilddrüsenwerte TSH, fT3 und fT4
  • Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
  • Anti-Müller-Hormon (AMH)
  • Luteinisierendes Hormon (LH)
  • Progesteron

Da im Blut nur die Gesamtmenge der Hormone ersichtlich wird, empfiehlt sich ein zusätzlicher Speicheltest für die Hormone Östradiol, Progesteron und Testosteron. Im Speichel werden ausschließlich die freien Hormone sichtbar. Das sind die Hormone, die den Körperzellen auch wirklich zur Verfügung stehen.

Zyklusbeobachtung

Wertvolle Hinweise auf den eigenen Zyklus liefert die Zyklusbeobachtung. Ohne einen Eisprung kann natürlich keine Schwangerschaft entstehen. Deshalb ist es sinnvoll zu prüfen, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet. Dazu können Sie jeden Morgen Ihre Basaltemperatur messen. Dafür benötigen Sie einfach nur ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen. Die Basaltemperatur wird vaginal oder anal gemessen. Tragen Sie Ihre Werte in ein Zyklusdatenblatt ein und beobachten Sie Ihre Temperaturkurve über mehrere Zyklen, damit Sie ein Gefühl für Ihren ganz eigenen Zyklus bekommen. Besprechen Sie ihr Zyklusblatt mit Ihrem Arzt oder ihrem Heilpraktiker.

Samenuntersuchung beim Mann

In den meisten Fällen liefert die Untersuchung des Samens des Mannes entscheidende Hinweise auf eine mögliche Störung der Fruchtbarkeit. Die Samenprobe gewinnt der Mann in einem Raum der Arztpraxis oder zu Hause durch Masturbation. Anschließend wird die Samenprobe im Labor untersucht. Dabei werden die Gesamtzahl der Spermien und die Anzahl der Spermien pro Milliliter bestimmt. Darüber hinaus beurteilen die Mitarbeiter des Labors die Form der Spermien, ihre Beweglichkeit, den pH-Wert der Samenflüssigkeit und weitere Eigenschaften der Samenprobe. Die ermittelten Werte werden dann in dem sogenannten Spermiogramm dokumentiert. Bei Werten, die von der Norm abweichen, wird die Untersuchung acht bis zwölf Wochen später wiederholt. Sie sollten sich bewusst machen, dass das Spermiogramm immer nur eine Momentaufnahme ist. So bedeutet ein schlechtes Ergebnis mitnichten, dass sich Ihr Kinderwunsch nicht erfüllen lässt. Zeigen sich in der zweiten Spermaprobe wieder deutliche Abweichungen von der Norm, können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören zum Beispiel genetische Untersuchungen oder eine Überprüfung auf Entzündungen.

Endokrinologische Untersuchung beim Mann

Ebenso wie bei der Frau können auch beim Mann hormonelle Untersuchungen durchgeführt werden. Hier werden folgende Werte bestimmt:

  • FSH
  • LH
  • evtl. Inhibin B
  • Prolaktin
Ultraschall-Untersuchung des Hodens

Bei der Ultraschall-Untersuchung des Hodens kann der Arzt die Gewebestrukturen der Hoden und der Nebenhoden beurteilen. Darüber hinaus wird die Größe der Hoden gemessen. Ein Hodenvolumen unter 12 Millilitern kann ein Hinweis auf eine angeborene Entwicklungsstörung oder auf eine hormonelle Störung sein. Zusätzlich kann mithilfe des Ultraschallgeräts das Gefäßsystem des Hodens untersucht werden. So können Krampfadern, die sogenannten Varikozelen, die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen. Anhand der Untersuchungsergebnisse kann entschieden werden, ob eine Behandlung der Krampfadern nötig ist.

Die Hodenbiopsie

Wenn sich im Ejakulat nur wenige Samenzellen finden, kann anhand einer Gewebeprobe aus dem Hoden überprüft werden, ob der Hoden überhaupt Spermien produziert. Falls im Rahmen dieser Hodenbiopsie Samenzellen entnommen werden können, werden diese in der Regel direkt tiefgefroren, sodass sie für eine mögliche künstliche Befruchtung erhalten bleiben. Somit ist die Hodenbiopsie sowohl Diagnose- als auch Therapieverfahren.

Der Postkoitaltest

Falls der Mann ausreichend befruchtungsfähige Spermien produziert und die Frau einen unauffälligen Zyklus aufweist, kann der sogenannte Postkoitaltest weitere Hinweise auf die Ursachen der Kinderlosigkeit liefern. Bei diesem Test wird untersucht, ob die Spermien den Gebärmutterhalsschleim durchdringen können. Dafür wird zunächst ein bis drei Tage vor dem Eisprung die Spinnbarkeit des Zervikalschleims geprüft. Zu diesem Zeitpunkt sollte diese mindestens bei fünf Zentimetern liegen. Am Tag vor oder am Abend des Eisprungs sollte dann der Geschlechtsverkehr stattfinden. Am nächsten Morgen entnimmt der Arzt in der Praxis aus dem Gebärmutterhalskanal ein Gemisch aus dem Gebärmutterhalssekret und der Samenflüssigkeit. Dieses Gemisch wird unter dem Mikroskop auf die Anzahl, die Beweglichkeit und die Überlebensfähigkeit der Spermien untersucht. Im Idealfall sollten einige bewegliche Spermien vorhanden sein. Ein negatives Ergebnis bedeutet, das sich zu wenige befruchtungsfähige Spermien in der Probe befunden haben. Der Postkoitaltest ist eine recht einfache Untersuchung, die verschiedene Informationen bietet. Es bietet sich deshalb an, diesen Test zu Beginn der Fruchtbarkeitsuntersuchungen durchzuführen. Einige Arztpraxen greifen jedoch erst dann auf den Test zurück, wenn die anderen Untersuchungen keine Hinweise auf den Grund der Kinderlosigkeit offenbart haben.

Naturheilkundliche Diagnosemöglichkeiten

In der Naturheilkunde können verschiedene zusätzliche Verfahren zur Diagnose bei Kinderwunsch genutzt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Bioresonanz oder die Kinesiologie. In meiner Praxis arbeite ich mit der Urinfunktionsdiagnostik. Diese gibt einen guten Überblick über die Funktion verschiedener Organsysteme. Auch die Hormonspeicheldiagnostik kommt bei meiner Kinderwunschbehandlung zum Einsatz. Je nach Fall können auch Untersuchungen der Vaginal- und der Darmflora weitere Hinweise auf die Ursache der Kinderlosigkeit liefern.

Möchten Sie mehr über das Thema Kinderwunsch erfahren? Die weiteren Artikel der Serie „Unerfüllter Kinderwunsch – Was nun?“ finden Sie hier im Blog:

Teil 1: Grundlagen

Teil 2: Körperliche Ursachen

Teil 3: Toxische Umwelteinflüsse

Teil 4: Unfruchtbar durch Über- oder Untergewicht

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